Warum eine Landesgartenschau in Erlangen?

 Erlangen verändert sich

© Stadt Erlangen

Erlangen wird sich in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren massiv verändern: Siemens zieht vom Standort Mitte auf den Campus im Stadtsüden, die Philosophische Fakultät (PhilFak) der FAU daraufhin von der Bismarckstraße/Kochstraße in den Himbeerpalast und einige angrenzende Gebäude. 15.000 Studierende und Beschäftigte der PhilFak werden dann nicht mehr die Nordstadt bevölkern, sondern entlang einer neuen „Universitätsachse“ zwischen Himbeerpalast, Mensa und Kollegienhaus pendeln. Auf dem heutigen Gelände der PhilFak wird sich die Universitätsklinik erweitern. Am bisherigen Standort Siemens-Mitte werden sich neue Unternehmen ansiedeln. Und bereits zuvor zieht auch noch das Landratsamt vom Marktplatz in die Nähe der Arcaden.

All diese Veränderungen kommen unaufhaltsam. Sie werden eine Verlagerung des Stadtlebens in den Süden bewirken, der überdies auch durch die Stadt-Umland-Bahn besser für Pendler erschlossen sein wird. Die Frage, die nun hinter dem Entscheid zur Landesgartenschau steht, ist: Soll die Stadtpolitik diese Entwicklungen einfach „laufen lassen“ und tatenlos abwarten, was passiert ist? Oder ist es nicht besser, diese Veränderungen vorausblickend auszugleichen und die Alt- und Innenstadt attraktiver zu machen – zum Vorteil ganz Erlangens?

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Die Landesgartenschau als Chance

Die Landesgartenschau 2024 ist eine Möglichkeit, die Veränderung dieser Stadt aktiv zu gestalten. Sie bündelt zwei wichtige Vorhaben: Die Entwicklung des Großparkplatzes zum neuen Stadtteil „Regnitzstadt“ und die Schaffung von zugänglichen Grün- und Freizeitflächen nahe bei der Innenstadt.

Eine Landesgartenschau ist mehr, als ein gutes halbes Jahr lang Blumen auszustellen. Sie ist ein Strukturförderungsprogramm – und kann, das zeigen Erfahrungen aus allen Städten, die in den vergangenen Jahren eine solche Schau durchgeführt haben, ein Motor für die nachhaltige Stadtentwicklung sein. Uns in Erlangen geht es uns im Speziellen darum, der „Südverschiebung“ durch die angesprochenen Verlagerungen einen Impuls entgegenzusetzen, der vor allem die Innenstadt und insbesondere die Altstadt stärkt.

In der neuen „Regnitzstadt“ werden Menschen leben und arbeiten, und sie werden – auch, weil Einzelhandel dort ausgeschlossen wird – in die Innenstadt zum Einkaufen gehen. Zugleich werden sogar noch mehr Parkplätze als heute auf dem Großparkplatz verfügbar sein – neu angeordnet in Parkhäusern, so dass mehr Parkplätze zukünftig weniger Fläche verbrauchen. Und nicht zuletzt wird mit der Stadt-Umland-Bahn am Westausgang des Bahnhofs eine „Mobilitätsdrehscheibe“ entstehen. Von der Regnitzstadt profitiert Erlangen also insgesamt.

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Mehr Freizeit- und Grünflächen – auch für den Naturschutz

Die Landesgartenschau bietet die Chance, die mangelhaften Zugänge von der Innenstadt in den Regnitzgrund zu verbessern. So kann das nördliche Erlangen zu seinen Wurzeln zurückkehren und wieder das werden, was es bis zum Bau der A73 über Jahrhunderte war: eine Stadt im Austausch mit ihrer Flusslandschaft.

Den Menschen eröffnen sich damit zusätzliche Freizeit- und Grünflächen. Das entspannt einerseits die Situation auf den knappen Grünflächen in der Innenstadt, wo sich im Sommer immer mehr Menschen drängen und wodurch Konflikte mit den Anwohnerinnen und Anwohnern entstehen.

Und gleichzeitig wird auch ein besserer Naturschutz erreicht: Denn viele Menschen streben bereits heute in den Wiesengrund und eignen sich dort Flächen zur „wilden“ Freizeitnutzung an – auch ökologisch hochwertige Biotope und landwirtschaftliche Nutzflächen. So entstehen für Natur und Landwirtschaft massive Schäden. Eine ausgewählte Fläche, die nur ca. 2 Prozent des Wiesengrundes umfasst, speziell für die Freizeitgestaltung auszuweisen, „kanalisiert“ diesen Druck und schützt somit alle hochwertigen Flächen im übrigen Wiesengrund.

Die Landesgartenschau bietet also die Möglichkeit, Erlangen zum Positiven zu verändern. Wir in der Allianz sind überzeugt: Die Erlangerinnen und Erlanger können sich das zutrauen!